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Steuerberatung, Beratung, Agenturen, IT-Dienstleister

Digital umstellen im Bereich Kanzleien, Agenturen & IT

Dienstleister im Büro müssen seit 2025 E-Rechnungen empfangen, ab 2027 bzw. 2028 selbst ausstellen und – als IT- oder Cloud-Anbieter – NIS2, den Cyber Resilience Act und ab 12.01.2027 das Wechselentgelt-Verbot des Data Act beachten.

Zeitstrahl Kanzleien, Agenturen & IT

← wischen · 11 Stichtage →
  1. seit 623 TagenE-Rechnungen empfangen können
  2. seit 591 TagenKI-Kompetenz im Team fördern
  3. seit 258 TagenSteuerbescheide kommen digital
  4. seit 194 TagenNIS2: beim BSI registrieren, Risiken managen
  5. seit 5 TagenCyber Resilience Act: Schwachstellen melden
  6. Stand der PrüfungHeute
  7. in 107 TagenE-Rechnung ausstellen – Umsatz über 800.000 €
  8. in 118 TagenCloud-Wechsel ohne Wechselentgelt
  9. in 442 TagenHochrisiko-KI: Pflichten für Anbieter und Betreiber
  10. in 451 TagenCyber Resilience Act: alle Pflichten, CE-Kennzeichen
  11. in 472 TagenE-Rechnung ausstellen – alle Unternehmen
  12. in 1.384 TagenEU-weite E-Rechnung für grenzüberschreitende Umsätze (ViDA)

Was ändert sich für Kanzleien, Agenturen & IT?

Fast alle Umsätze von Kanzleien und Agenturen sind B2B. Die E-Rechnung ist deshalb keine Randfrage, sondern betrifft praktisch jede Ausgangsrechnung.

IT-Dienstleister und Managed-Service-Provider sind unter NIS2 als eigener Sektor erfasst, sobald sie die Größenschwellen erreichen. DNS-Dienste und Vertrauensdiensteanbieter sind teils unabhängig von der Größe betroffen.

Wer KI-Tools für Texte, Recherche oder Bewerberauswahl nutzt, muss KI-Kompetenz im Team fördern. KI im Recruiting wird ab 02.12.2027 Hochrisiko-KI.

Rechenbeispiel

Webagentur mit 9 Beschäftigten

Umsatz 2026
740.000 €
E-Rechnung ausstellen
ab 01.01.2028
BFSG für eigene Leistungen
Kleinstunternehmen
BFSG für Kundenshops
Beratungspflicht faktisch

Die Agentur selbst ist ausgenommen, baut aber Shops für Kunden, die das BFSG erfüllen müssen – Barrierefreiheit gehört in jedes Angebot.

Woran scheitern Betriebe in der Praxis?

Digitale Bescheide für Mandanten

Seit 2026 werden Bescheide digital bekanntgegeben. Kanzleien müssen Fristen ab Bereitstellung plus vier Tage berechnen, nicht ab Posteingang.

SaaS-Anbieter und CRA

Reine SaaS-Angebote fallen grundsätzlich nicht unter den CRA, außer sie sind die Fernverarbeitungslösung eines Produkts. Installierbare Software und Apps sind erfasst.

KI im Bewerbungsprozess

Tools, die Bewerbungen filtern oder bewerten, zählen zu Anhang III. Betreiber müssen ab 02.12.2027 menschliche Aufsicht und Protokollierung sicherstellen.

Welche 11 Fristen gelten für Kanzleien, Agenturen & IT?

  1. gilt
    gilt bereits

    E-Rechnungen empfangen können

    Wer: Alle Unternehmen in Deutschland, auch Kleinunternehmer

    Ein E-Mail-Postfach reicht als Empfangsweg. Die Rechnung muss im strukturierten Format (XRechnung oder ZUGFeRD ab 2.0.1) lesbar und 8 Jahre unverändert archiviert werden.

    E-RechnungQuelle: BMF: FAQ zur E-Rechnung (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen

  2. gilt
    gilt bereits

    KI-Kompetenz im Team fördern

    Wer: Alle Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen oder anbieten

    Seit dem Digital Omnibus (in Kraft seit 27.07.2026) genügt es, Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz zu ergreifen – etwa Schulung und Nutzungsregeln. Verbotene KI-Praktiken sind seit 02.02.2025 untersagt.

    Künstliche IntelligenzQuelle: Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 4 (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen

  3. gilt
    gilt bereits

    Steuerbescheide kommen digital

    Wer: Alle, die ihre Steuererklärung über ELSTER abgeben

    Bescheide werden als Regelfall im ELSTER-Postfach bereitgestellt und gelten am vierten Tag nach Bereitstellung als bekanntgegeben. Ab dann läuft die Einspruchsfrist – das Postfach muss regelmäßig geprüft werden.

    FinanzamtQuelle: § 122a AO (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen

  4. gilt
    gilt bereits

    NIS2: beim BSI registrieren, Risiken managen

    Wer: Wichtige und besonders wichtige Einrichtungen in 18 Sektoren – ab 50 Beschäftigten oder über 10 Mio. € Umsatz

    Registrierung im BSI-Portal (Nachfrist lief bis 31.07.2026), zehn Risikomanagement-Maßnahmen, Meldung erheblicher Vorfälle nach 24 Stunden, 72 Stunden und einem Monat. Die Geschäftsleitung muss sich schulen lassen.

    IT-SicherheitQuelle: BSI: NIS-2-Betroffenheitsprüfung (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen

  5. gilt
    gilt bereits

    Cyber Resilience Act: Schwachstellen melden

    Wer: Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen – auch für Bestandsprodukte

    Aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwere Vorfälle über die ENISA-Meldeplattform melden: Frühwarnung in 24 Stunden, Meldung in 72 Stunden, Abschlussbericht nach 14 Tagen bzw. einem Monat.

    IT-SicherheitQuelle: BSI: Cyber Resilience Act – Meldepflicht startet (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen

  6. noch 107 Tage
    kommt

    E-Rechnung ausstellen – Umsatz über 800.000 €

    Wer: Unternehmen mit mehr als 800.000 € Gesamtumsatz im Jahr 2026

    Rechnungen an andere Unternehmen im Inland nur noch als E-Rechnung. PDF per E-Mail oder Papier sind für diese Betriebe ab 01.01.2027 nicht mehr zulässig.

    E-RechnungQuelle: § 27 Abs. 38 UStG (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen

  7. noch 118 Tage
    kommt

    Cloud-Wechsel ohne Wechselentgelt

    Wer: Anbieter von Cloud- und Datenverarbeitungsdiensten

    Ab diesem Tag dürfen für den Anbieterwechsel keine Wechsel- oder Datenexportentgelte mehr verlangt werden. Verträge und Preislisten müssen angepasst sein.

    DatenQuelle: Verordnung (EU) 2023/2854, Art. 29 (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen

  8. noch 442 Tage
    kommt

    Hochrisiko-KI: Pflichten für Anbieter und Betreiber

    Wer: Unternehmen mit KI in Personalauswahl, Kreditprüfung, kritischer Infrastruktur u. a. (Anhang III)

    Risikomanagement, Protokollierung, menschliche Aufsicht und Dokumentation. Der Stichtag wurde vom 02.08.2026 verschoben; für KI in Produkten nach Anhang I gilt der 02.08.2028.

    Künstliche IntelligenzQuelle: Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital Omnibus KI) (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen

  9. noch 451 Tage
    kommt

    Cyber Resilience Act: alle Pflichten, CE-Kennzeichen

    Wer: Hersteller, Importeure und Händler von Produkten mit digitalen Elementen

    Security by Design, Sicherheitsupdates über den Supportzeitraum, Software-Stückliste (SBOM) und Konformitätsbewertung werden Voraussetzung für das CE-Kennzeichen.

    IT-SicherheitQuelle: BSI: Cyber Resilience Act (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen

  10. noch 472 Tage
    kommt

    E-Rechnung ausstellen – alle Unternehmen

    Wer: Alle Unternehmen mit Rechnungen an andere inländische Unternehmen

    Die Übergangsfrist für Betriebe bis 800.000 € Umsatz und für EDI-Verfahren endet am 31.12.2027. Ausgenommen bleiben Kleinbetragsrechnungen bis 250 € und Fahrausweise.

    E-RechnungQuelle: BMF: FAQ zur E-Rechnung (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen

  11. noch 1.384 Tage
    kommt

    EU-weite E-Rechnung für grenzüberschreitende Umsätze (ViDA)

    Wer: Unternehmen mit B2B-Umsätzen in andere EU-Mitgliedstaaten

    Innergemeinschaftliche Rechnungen nur noch elektronisch nach EN 16931 und Meldung der Umsatzdaten nahezu in Echtzeit statt Zusammenfassender Meldung.

    E-RechnungQuelle: Richtlinie (EU) 2025/516 (ViDA) (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen