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Digital umstellen im Bereich Gastronomie & Hotellerie

Gastronomiebetriebe mit elektronischer Kasse müssen diese seit 31.07.2025 beim Finanzamt gemeldet haben; nach aktuellem Gesetzentwurf wird eine TSE-Kasse ab 01.01.2028 für alle mit mehr als 100.000 € Umsatz Pflicht.

Zeitstrahl Gastronomie & Hotellerie

← wischen · 7 Stichtage →
  1. seit 1.354 TagenKrankmeldungen elektronisch abrufen (eAU)
  2. seit 445 TagenBarrierefreie Online-Shops und Buchungsstrecken
  3. seit 412 TagenElektronische Kassen beim Finanzamt melden
  4. seit 258 TagenSteuerbescheide kommen digital
  5. Stand der PrüfungHeute
  6. in 105 TagenEntwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) – mittlere und große Unternehmen
  7. in 287 TagenEUDR – Kleinst- und Kleinunternehmen
  8. in 472 TagenRegistrierkassenpflicht ab 100.000 € Umsatz

Was ändert sich für Gastronomie & Hotellerie?

Die Gastronomie ist die Branche, die eine Registrierkassenpflicht am stärksten träfe: Viele Betriebe arbeiten noch mit offener Ladenkasse. Laut Entwurf zählt der Umsatz des Jahres 2027.

Hotels mit Online-Buchungsstrecke fallen unter das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, sofern sie kein Kleinstunternehmen sind. Das betrifft Buchungsmaske, Zimmerauswahl und Bezahlung.

Arbeitsverträge müssen in der Gastronomie weiterhin schriftlich nachgewiesen werden – die Textform-Erleichterung von 2025 gilt für das Gastgewerbe nicht.

Rechenbeispiel

Café mit offener Ladenkasse

Umsatz 2027 (Plan)
180.000 €
Bargeldanteil
ca. 60 %
Kassenpflicht (Entwurf)
ab 01.01.2028
Belegpflicht bis 30 €
soll entfallen

Wird der Entwurf so beschlossen, braucht das Café bis Ende 2027 ein TSE-Kassensystem – Anschaffung und Meldung sollten im Herbst 2027 erledigt sein.

Woran scheitern Betriebe in der Praxis?

Trinkgeld und Kasse

Trinkgelder, die Mitarbeitenden zustehen, sind kein Umsatz. In der Kasse sollten sie getrennt erfasst werden, damit die Umsatzgrenze für die geplante Kassenpflicht korrekt berechnet wird.

Kellner-Handhelds

Mobile Bestellgeräte sind Teil des Kassensystems. Sie müssen an die TSE angebunden und bei der Kassenmeldung mit aufgeführt sein.

Kein Textform-Nachweis

Das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe steht in § 2a SchwarzArbG. Der Nachweis der Arbeitsbedingungen muss hier weiterhin unterschrieben auf Papier erfolgen.

Welche 8 Fristen gelten für Gastronomie & Hotellerie?

  1. gilt
    gilt bereits

    Krankmeldungen elektronisch abrufen (eAU)

    Wer: Arbeitgeber mit gesetzlich versicherten Beschäftigten

    Arbeitsunfähigkeitsdaten werden über die Lohnsoftware bei der Krankenkasse abgerufen. Der gelbe Schein als Nachweis gegenüber dem Arbeitgeber entfällt.

    PersonalQuelle: § 109 SGB IV (öffnet in neuem Tab)

  2. gilt
    gilt bereits

    Barrierefreie Online-Shops und Buchungsstrecken

    Wer: Anbieter von Online-Shops und digitalen Diensten für Verbraucher – Kleinstunternehmen ausgenommen

    Shop, Terminbuchung und Bezahlvorgang müssen nach den Anforderungen des BFSG (in der Praxis WCAG 2.1 AA / EN 301 549) bedienbar sein. Eine Erklärung zur Barrierefreiheit gehört auf die Website.

    BarrierefreiheitQuelle: Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen

  3. gilt
    gilt bereits

    Elektronische Kassen beim Finanzamt melden

    Wer: Betriebe mit elektronischer Kasse (TSE-pflichtig)

    Bestandskassen mussten bis 31.07.2025 über Mein ELSTER gemeldet sein. Neu angeschaffte oder außer Betrieb genommene Kassen sind innerhalb eines Monats zu melden.

    KasseQuelle: § 146a Abs. 4 AO (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen

  4. gilt
    gilt bereits

    Steuerbescheide kommen digital

    Wer: Alle, die ihre Steuererklärung über ELSTER abgeben

    Bescheide werden als Regelfall im ELSTER-Postfach bereitgestellt und gelten am vierten Tag nach Bereitstellung als bekanntgegeben. Ab dann läuft die Einspruchsfrist – das Postfach muss regelmäßig geprüft werden.

    FinanzamtQuelle: § 122a AO (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen

  5. noch 105 Tage
    kommt

    Entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) – mittlere und große Unternehmen

    Wer: Wer Holz, Kakao, Kaffee, Soja, Palmöl, Rinder oder Kautschuk bzw. Erzeugnisse daraus in Verkehr bringt; Holzprodukte (ehem. EUTR) unabhängig von der Größe

    Vor dem Inverkehrbringen eine Sorgfaltserklärung mit Geodaten der Anbaufläche im EU-Informationssystem abgeben.

    LieferketteQuelle: EU-Kommission (Access2Markets): EUDR-Verschiebung (öffnet in neuem Tab)

  6. noch 287 Tage
    kommt

    EUDR – Kleinst- und Kleinunternehmen

    Wer: Kleinst- und Kleinunternehmen mit EUDR-Rohstoffen (außer Holzprodukte nach alter EUTR)

    Gleiche Pflicht zur Sorgfaltserklärung, ein halbes Jahr später als für größere Betriebe.

    LieferketteQuelle: EU-Kommission (Access2Markets): EUDR-Verschiebung (öffnet in neuem Tab)

  7. noch 472 Tage
    Entwurf

    Registrierkassenpflicht ab 100.000 € Umsatz

    Wer: Betriebe mit Bargeldeinnahmen und mehr als 100.000 € Umsatz (Bemessung: 2027)

    Laut Gesetzentwurf vom 07.08.2026 wird eine elektronische Kasse mit zertifizierter TSE Pflicht. Die offene Ladenkasse wäre für diese Betriebe nicht mehr zulässig. Noch nicht beschlossen.

    KasseQuelle: Handwerksblatt: Bundesregierung plant Registrierkassenpflicht (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen

  8. offenTermin offen
    Entwurf

    Elektronische Arbeitszeiterfassung

    Wer: Arbeitgeber ab 10 Beschäftigten (laut Referentenentwurf)

    Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit sollen elektronisch und am selben Tag erfasst werden. Übergang laut Entwurf: 1 Jahr für große Betriebe, 2 Jahre bis 250, 5 Jahre bis 50 Beschäftigte.

    PersonalQuelle: IHK Rhein-Neckar: Arbeitszeiterfassung 2026 (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen