Betriebe mit Baustellen, Werkstatt und Firmenfahrzeugen
Digital umstellen im Bereich Handwerk
Handwerksbetriebe müssen bis spätestens 01.01.2028 alle Rechnungen an Geschäftskunden als E-Rechnung ausstellen – bei mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz schon ab 01.01.2027.
Zeitstrahl Handwerk
← wischen · 10 Stichtage →- seit 623 TagenE-Rechnungen empfangen können
- seit 623 TagenArbeitsbedingungen in Textform nachweisen
- seit 412 TagenElektronische Kassen beim Finanzamt melden
- seit 258 TagenSteuerbescheide kommen digital
- seit 77 TagenTachographenpflicht für Transporter ab 2,5 t
- Stand der PrüfungHeute
- in 105 TagenEntwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) – mittlere und große Unternehmen
- in 107 TagenE-Rechnung ausstellen – Umsatz über 800.000 €
- in 287 TagenEUDR – Kleinst- und Kleinunternehmen
- in 472 TagenE-Rechnung ausstellen – alle Unternehmen
- in 472 TagenRegistrierkassenpflicht ab 100.000 € Umsatz
Was ändert sich für Handwerk?
Für die meisten Handwerksbetriebe ist die E-Rechnung die größte Umstellung, weil Aufträge von Bauträgern, Hausverwaltungen und Generalunternehmern fast immer B2B sind. Rechnungen an Privatkunden bleiben dagegen frei in der Form.
Dazu kommen die Kasse im Ladengeschäft oder Verkaufsraum, die Arbeitszeiterfassung auf wechselnden Baustellen und – wer mit Transportern über die Grenze fährt – der Tachograph ab 2,5 t.
Achtung Baugewerbe: Arbeitsverträge dürfen hier weiterhin nicht in Textform nachgewiesen werden, weil der Bau zu den Branchen nach § 2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz gehört.
Elektrobetrieb mit 12 Beschäftigten
- Umsatz 2026
- 1,1 Mio. €
- Anteil B2B
- ca. 70 %
- E-Rechnung ausstellen
- ab 01.01.2027
- Zeiterfassung (Entwurf)
- bis zu 5 Jahre Übergang
Weil der Umsatz 2026 über 800.000 € liegt, muss die Software bis Jahresende E-Rechnungen erzeugen können – ein Jahr früher als kleinere Kollegen.
Woran scheitern Betriebe in der Praxis?
Abschlags- und Schlussrechnungen
Auch Abschlagsrechnungen fallen unter die E-Rechnungspflicht. Die Handwerkersoftware muss Abschläge im XRechnung- oder ZUGFeRD-Format sauber verrechnen können.
Rechnungen an Privatkunden mit Firma
Saniert ein Selbstständiger sein privates Wohnhaus, ist das kein B2B-Umsatz für sein Unternehmen – hier bleibt die PDF-Rechnung zulässig.
Handwerkerausnahme beim Tachographen
Wer eigenes Material oder Werkzeug im Umkreis von 100 km transportiert und das Fahren nicht die Haupttätigkeit ist, kann von der Tachographenpflicht ausgenommen sein. Das gilt nicht für reine Lieferfahrten.
Welche 11 Fristen gelten für Handwerk?
- giltgilt bereits
E-Rechnungen empfangen können
Wer: Alle Unternehmen in Deutschland, auch Kleinunternehmer
Ein E-Mail-Postfach reicht als Empfangsweg. Die Rechnung muss im strukturierten Format (XRechnung oder ZUGFeRD ab 2.0.1) lesbar und 8 Jahre unverändert archiviert werden.
E-RechnungQuelle: BMF: FAQ zur E-Rechnung (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen
- giltgilt bereits
Arbeitsbedingungen in Textform nachweisen
Wer: Arbeitgeber – außer Branchen nach § 2a SchwarzArbG (u. a. Bau, Gastronomie, Spedition)
Der Nachweis wesentlicher Arbeitsbedingungen darf per E-Mail oder PDF erfolgen, wenn er speicher- und druckbar ist und der Arbeitgeber einen Empfangsnachweis anfordert.
- giltgilt bereits
Elektronische Kassen beim Finanzamt melden
Wer: Betriebe mit elektronischer Kasse (TSE-pflichtig)
Bestandskassen mussten bis 31.07.2025 über Mein ELSTER gemeldet sein. Neu angeschaffte oder außer Betrieb genommene Kassen sind innerhalb eines Monats zu melden.
KasseQuelle: § 146a Abs. 4 AO (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen
- giltgilt bereits
Steuerbescheide kommen digital
Wer: Alle, die ihre Steuererklärung über ELSTER abgeben
Bescheide werden als Regelfall im ELSTER-Postfach bereitgestellt und gelten am vierten Tag nach Bereitstellung als bekanntgegeben. Ab dann läuft die Einspruchsfrist – das Postfach muss regelmäßig geprüft werden.
FinanzamtQuelle: § 122a AO (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen
- giltgilt bereits
Tachographenpflicht für Transporter ab 2,5 t
Wer: Leichte Nutzfahrzeuge 2,5–3,5 t im gewerblichen grenzüberschreitenden Güterverkehr und in der Kabotage
Einbau eines digitalen Tachographen Gen2V2, Fahrerkarten, Datenarchivierung und Schulung zu Lenk- und Ruhezeiten.
FuhrparkQuelle: IHK Ostthüringen: Tachographenpflicht ab 2,5 t (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen
- noch 105 Tagekommt
Entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) – mittlere und große Unternehmen
Wer: Wer Holz, Kakao, Kaffee, Soja, Palmöl, Rinder oder Kautschuk bzw. Erzeugnisse daraus in Verkehr bringt; Holzprodukte (ehem. EUTR) unabhängig von der Größe
Vor dem Inverkehrbringen eine Sorgfaltserklärung mit Geodaten der Anbaufläche im EU-Informationssystem abgeben.
LieferketteQuelle: EU-Kommission (Access2Markets): EUDR-Verschiebung (öffnet in neuem Tab)
- noch 107 Tagekommt
E-Rechnung ausstellen – Umsatz über 800.000 €
Wer: Unternehmen mit mehr als 800.000 € Gesamtumsatz im Jahr 2026
Rechnungen an andere Unternehmen im Inland nur noch als E-Rechnung. PDF per E-Mail oder Papier sind für diese Betriebe ab 01.01.2027 nicht mehr zulässig.
E-RechnungQuelle: § 27 Abs. 38 UStG (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen
- noch 287 Tagekommt
EUDR – Kleinst- und Kleinunternehmen
Wer: Kleinst- und Kleinunternehmen mit EUDR-Rohstoffen (außer Holzprodukte nach alter EUTR)
Gleiche Pflicht zur Sorgfaltserklärung, ein halbes Jahr später als für größere Betriebe.
LieferketteQuelle: EU-Kommission (Access2Markets): EUDR-Verschiebung (öffnet in neuem Tab)
- noch 472 Tagekommt
E-Rechnung ausstellen – alle Unternehmen
Wer: Alle Unternehmen mit Rechnungen an andere inländische Unternehmen
Die Übergangsfrist für Betriebe bis 800.000 € Umsatz und für EDI-Verfahren endet am 31.12.2027. Ausgenommen bleiben Kleinbetragsrechnungen bis 250 € und Fahrausweise.
E-RechnungQuelle: BMF: FAQ zur E-Rechnung (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen
- noch 472 TageEntwurf
Registrierkassenpflicht ab 100.000 € Umsatz
Wer: Betriebe mit Bargeldeinnahmen und mehr als 100.000 € Umsatz (Bemessung: 2027)
Laut Gesetzentwurf vom 07.08.2026 wird eine elektronische Kasse mit zertifizierter TSE Pflicht. Die offene Ladenkasse wäre für diese Betriebe nicht mehr zulässig. Noch nicht beschlossen.
KasseQuelle: Handwerksblatt: Bundesregierung plant Registrierkassenpflicht (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen
- offenTermin offenEntwurf
Elektronische Arbeitszeiterfassung
Wer: Arbeitgeber ab 10 Beschäftigten (laut Referentenentwurf)
Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit sollen elektronisch und am selben Tag erfasst werden. Übergang laut Entwurf: 1 Jahr für große Betriebe, 2 Jahre bis 250, 5 Jahre bis 50 Beschäftigte.
PersonalQuelle: IHK Rhein-Neckar: Arbeitszeiterfassung 2026 (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen