Ladengeschäfte, Onlineshops, Marktplatz-Händler
Digital umstellen im Bereich Einzel- & Onlinehandel
Händler müssen elektronische Kassen beim Finanzamt melden, Onlineshops für Verbraucher seit 28.06.2025 barrierefrei betreiben und ab 2027/2028 B2B-Rechnungen elektronisch stellen.
Zeitstrahl Einzel- & Onlinehandel
← wischen · 12 Stichtage →- seit 445 TagenBarrierefreie Online-Shops und Buchungsstrecken
- seit 412 TagenElektronische Kassen beim Finanzamt melden
- seit 194 TagenNIS2: beim BSI registrieren, Risiken managen
- seit 77 TagenTachographenpflicht für Transporter ab 2,5 t
- Stand der PrüfungHeute
- in 105 TagenEntwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) – mittlere und große Unternehmen
- in 107 TagenE-Rechnung ausstellen – Umsatz über 800.000 €
- in 287 TagenEUDR – Kleinst- und Kleinunternehmen
- in 288 TagenHilfsmittel elektronisch verordnen
- in 451 TagenCyber Resilience Act: alle Pflichten, CE-Kennzeichen
- in 472 TagenE-Rechnung ausstellen – alle Unternehmen
- in 472 TagenRegistrierkassenpflicht ab 100.000 € Umsatz
- in 1.384 TagenEU-weite E-Rechnung für grenzüberschreitende Umsätze (ViDA)
Was ändert sich für Einzel- & Onlinehandel?
Im Handel treffen mehrere Pflichten gleichzeitig: Die Kasse muss eine zertifizierte TSE haben und gemeldet sein, der Onlineshop unterliegt dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, und Großhandelsrechnungen werden zur E-Rechnung.
Wer mit Bargeld arbeitet und mehr als 100.000 € Umsatz macht, sollte den Gesetzentwurf zur Registrierkassenpflicht im Blick behalten: Eine offene Ladenkasse wäre ab 01.01.2028 nicht mehr zulässig.
Händler von Möbeln, Kaffee, Schokolade, Lederwaren oder Holzspielzeug fallen zusätzlich unter die EU-Entwaldungsverordnung – ab 30.12.2026 für mittlere und große Betriebe.
Feinkostladen mit Onlineshop
- Beschäftigte
- 14
- Umsatz
- 1,6 Mio. €
- BFSG
- betroffen (≥ 10 Beschäftigte)
- EUDR (Kaffee, Kakao)
- ab 30.12.2026 prüfen
Trotz Umsatz unter 2 Mio. € greift das BFSG, weil die Beschäftigtenzahl über 9 liegt. Der Shop braucht eine Barrierefreiheitserklärung.
Woran scheitern Betriebe in der Praxis?
Kleinstunternehmen-Ausnahme beim BFSG
Die Ausnahme gilt nur, wenn beide Werte unterschritten sind: weniger als 10 Beschäftigte und höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz oder Bilanzsumme.
Kassenmeldung bei Filialwechsel
Wird eine Kasse in eine andere Filiale umgesetzt oder ausgetauscht, ist das eine meldepflichtige Änderung – innerhalb eines Monats über Mein ELSTER.
Belege unter 30 €
Der Gesetzentwurf sieht vor, dass für Beträge bis 30 € kein Beleg mehr ausgegeben werden muss. Bis zur Verabschiedung gilt die Belegausgabepflicht unverändert.
Welche 12 Fristen gelten für Einzel- & Onlinehandel?
- giltgilt bereits
Barrierefreie Online-Shops und Buchungsstrecken
Wer: Anbieter von Online-Shops und digitalen Diensten für Verbraucher – Kleinstunternehmen ausgenommen
Shop, Terminbuchung und Bezahlvorgang müssen nach den Anforderungen des BFSG (in der Praxis WCAG 2.1 AA / EN 301 549) bedienbar sein. Eine Erklärung zur Barrierefreiheit gehört auf die Website.
BarrierefreiheitQuelle: Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen
- giltgilt bereits
Elektronische Kassen beim Finanzamt melden
Wer: Betriebe mit elektronischer Kasse (TSE-pflichtig)
Bestandskassen mussten bis 31.07.2025 über Mein ELSTER gemeldet sein. Neu angeschaffte oder außer Betrieb genommene Kassen sind innerhalb eines Monats zu melden.
KasseQuelle: § 146a Abs. 4 AO (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen
- giltgilt bereits
NIS2: beim BSI registrieren, Risiken managen
Wer: Wichtige und besonders wichtige Einrichtungen in 18 Sektoren – ab 50 Beschäftigten oder über 10 Mio. € Umsatz
Registrierung im BSI-Portal (Nachfrist lief bis 31.07.2026), zehn Risikomanagement-Maßnahmen, Meldung erheblicher Vorfälle nach 24 Stunden, 72 Stunden und einem Monat. Die Geschäftsleitung muss sich schulen lassen.
IT-SicherheitQuelle: BSI: NIS-2-Betroffenheitsprüfung (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen
- giltgilt bereits
Tachographenpflicht für Transporter ab 2,5 t
Wer: Leichte Nutzfahrzeuge 2,5–3,5 t im gewerblichen grenzüberschreitenden Güterverkehr und in der Kabotage
Einbau eines digitalen Tachographen Gen2V2, Fahrerkarten, Datenarchivierung und Schulung zu Lenk- und Ruhezeiten.
FuhrparkQuelle: IHK Ostthüringen: Tachographenpflicht ab 2,5 t (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen
- noch 105 Tagekommt
Entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) – mittlere und große Unternehmen
Wer: Wer Holz, Kakao, Kaffee, Soja, Palmöl, Rinder oder Kautschuk bzw. Erzeugnisse daraus in Verkehr bringt; Holzprodukte (ehem. EUTR) unabhängig von der Größe
Vor dem Inverkehrbringen eine Sorgfaltserklärung mit Geodaten der Anbaufläche im EU-Informationssystem abgeben.
LieferketteQuelle: EU-Kommission (Access2Markets): EUDR-Verschiebung (öffnet in neuem Tab)
- noch 107 Tagekommt
E-Rechnung ausstellen – Umsatz über 800.000 €
Wer: Unternehmen mit mehr als 800.000 € Gesamtumsatz im Jahr 2026
Rechnungen an andere Unternehmen im Inland nur noch als E-Rechnung. PDF per E-Mail oder Papier sind für diese Betriebe ab 01.01.2027 nicht mehr zulässig.
E-RechnungQuelle: § 27 Abs. 38 UStG (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen
- noch 287 Tagekommt
EUDR – Kleinst- und Kleinunternehmen
Wer: Kleinst- und Kleinunternehmen mit EUDR-Rohstoffen (außer Holzprodukte nach alter EUTR)
Gleiche Pflicht zur Sorgfaltserklärung, ein halbes Jahr später als für größere Betriebe.
LieferketteQuelle: EU-Kommission (Access2Markets): EUDR-Verschiebung (öffnet in neuem Tab)
- noch 288 Tagekommt
Hilfsmittel elektronisch verordnen
Wer: Verordnende Praxen, Sanitätshäuser, Hilfsmittelerbringer
Hilfsmittel, Verbandmittel, Harn- und Blutteststreifen sowie bilanzierte Diäten werden per E-Verordnung über die TI abgewickelt.
GesundheitswesenQuelle: § 360 SGB V (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen
- noch 451 Tagekommt
Cyber Resilience Act: alle Pflichten, CE-Kennzeichen
Wer: Hersteller, Importeure und Händler von Produkten mit digitalen Elementen
Security by Design, Sicherheitsupdates über den Supportzeitraum, Software-Stückliste (SBOM) und Konformitätsbewertung werden Voraussetzung für das CE-Kennzeichen.
IT-SicherheitQuelle: BSI: Cyber Resilience Act (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen
- noch 472 Tagekommt
E-Rechnung ausstellen – alle Unternehmen
Wer: Alle Unternehmen mit Rechnungen an andere inländische Unternehmen
Die Übergangsfrist für Betriebe bis 800.000 € Umsatz und für EDI-Verfahren endet am 31.12.2027. Ausgenommen bleiben Kleinbetragsrechnungen bis 250 € und Fahrausweise.
E-RechnungQuelle: BMF: FAQ zur E-Rechnung (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen
- noch 472 TageEntwurf
Registrierkassenpflicht ab 100.000 € Umsatz
Wer: Betriebe mit Bargeldeinnahmen und mehr als 100.000 € Umsatz (Bemessung: 2027)
Laut Gesetzentwurf vom 07.08.2026 wird eine elektronische Kasse mit zertifizierter TSE Pflicht. Die offene Ladenkasse wäre für diese Betriebe nicht mehr zulässig. Noch nicht beschlossen.
KasseQuelle: Handwerksblatt: Bundesregierung plant Registrierkassenpflicht (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen
- noch 1.384 Tagekommt
EU-weite E-Rechnung für grenzüberschreitende Umsätze (ViDA)
Wer: Unternehmen mit B2B-Umsätzen in andere EU-Mitgliedstaaten
Innergemeinschaftliche Rechnungen nur noch elektronisch nach EN 16931 und Meldung der Umsatzdaten nahezu in Echtzeit statt Zusammenfassender Meldung.
E-RechnungQuelle: Richtlinie (EU) 2025/516 (ViDA) (öffnet in neuem Tab)Ratgeber lesen